ag4 ordnete 138 Wachsblöcke entsprechend der abstrahierten Form eines Gen-Codes auf einer Gesamtfläche von rund 360 Quadratmetern über fünf Stockwerke an. Gefertigt aus natürlichem, gelbem Bienenwachs greift ag4 hier auf einen seit Jahrtausenden genutzten, organisch formbaren Werkstoff zurück. Die 138 Wachsmodule bilden die erste Ebene der Medienfassade und setzen durch das natürliche, teils transluszente, teils opake Material einen emotionalen Gegenpol zur gläsernen Architektur des Gebäudes. Der Kölner Künstler Mic Enneper verarbeitete für dieses Objekt insgesamt 1,4 Tonnen Bienenwachs. Nach dem Erhitzen des natürlichen Werkstoffs gestaltete er die großformatigen Blöcke manuell mit Spachtel und Heißluft. Die matte Oberfläche von diffuser Durchsichtigkeit wurde haptisch bewusst unregelmäßig – eben organisch – gehalten.
Wachs ist in der Natur ein Stoff, den Bienen unter anderem für den Informationsfluss in der Bienenkolonie verwenden. ag4 übertrug diese kommunikative Funktion des Werkstoffs metaphorisch auf die Merck Serono Medienfassade und integrierte in 50 Wachsmodule Leuchtdioden. Sie bilden die zweite Ebene der Installation. Diese Wachsquader sind das Trägermedium für die Multimedia-Kommunikation der Identität von Merck Serono. Bilder, Videos und Textfragmente greifen die Themen Unternehmen, Menschen, Produkte und Wissenschaft auf und inszenieren sie künstlerisch in mehreren sich überlagernden Ebenen. Die Bilder und Videos scheinen durch den Wachs hindurch und erhalten dadurch einen leichten Verwischungseffekt und sind Quell der besonderen Posie der medialen Bespielung. | |